Sie sagen dem Agenten, was Sie kaufen möchten
Nehmen wir einen Kopfhörerkauf als Beispiel. Sie möchten höchstens 150 Euro ausgeben, Versand eingeschlossen, und die Kopfhörer sollen bis Freitag ankommen. Bisher würden Sie mehrere Shops öffnen, Modelle vergleichen und Lieferbedingungen lesen. Bei Agentic Commerce können Sie diese Aufgabe an einen KI-Agenten weitergeben.[S6]
Dafür braucht der Agent einen Auftrag, mit dem er arbeiten kann. In diesem fiktiven Beispiel genügt es nicht, ein passendes Modell zu finden: Der Versand zählt zum Budget, und Freitag ist die Lieferfrist. Stripe beschreibt einen Einkaufsablauf, bei dem ein Agent Produkt- und Lieferoptionen abruft, sie dem Kunden vorlegt und eine bestätigte Bestellung übermittelt.[S1] So kann aus dem Gespräch eine ausführbare Einkaufsaufgabe werden.
Der Agent muss auch Preis und Liefertermin prüfen
Ein gut bewerteter Kopfhörer für 139 Euro klingt zunächst passend. Kommen 15 Euro Versand hinzu, liegt er über Ihrem Budget. Ist er erst nächste Woche lieferbar, löst er Ihr Problem ebenfalls nicht. Eine Produktempfehlung reicht deshalb noch nicht aus.
Damit das Angebot zu Ihrem Auftrag passt, braucht der Agent das verfügbare Modell, den Gesamtpreis und den Liefertermin. Shopify dokumentiert Katalogschnittstellen mit Produktvarianten, Angaben zur Verfügbarkeit und Links zum Checkout.[S2] Diese Informationen müssen weiterhin mit Ihrem Auftrag abgeglichen werden. Für unser Beispiel schlagen wir vor: Fehlt der Liefertermin, fragt der Agent nach oder sucht ein anderes Angebot. Er sollte die rechtzeitige Lieferung erst zusagen, wenn sie geklärt ist.
Sie entscheiden, ob der Agent bestellen darf
In unserem Beispiel legt der Agent Ihnen das fertige Angebot vor. Sie sehen das Produkt, den Gesamtpreis und den Liefertermin und geben den Kauf frei. Diese Grenze haben wir für das Beispiel bewusst gewählt. Welche Aufgaben ein Agent übernehmen darf, muss vor dem Einkauf geklärt sein.
Nach Ihrer Zustimmung hängt der nächste Schritt vom Shop ab. Shopify dokumentiert sowohl die Übergabe an den Checkout des Händlers als auch einen direkten Abschluss durch den Agenten, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.[S3] Welcher Weg möglich ist, bestimmen der unterstützte Ablauf und Ihre Erlaubnis. Für unser Beispiel zählt am Ende die Bestellbestätigung des Händlers. Ein gefüllter Warenkorb allein bedeutet noch nicht, dass die Kopfhörer bestellt sind.
Noch nicht jeder Shop unterstützt den gesamten Einkauf
Für Händler muss dieser Einkauf über einen Dienst funktionieren, den ihre Kunden tatsächlich nutzen können. Prüfen Sie vor der Wahl einer Anbindung, welche Einkaufsschritte dieser Dienst in Ihrem Markt unterstützt. Ein angekündigter Standard macht den eigenen Shop noch nicht für jeden Agenten nutzbar.
Google zeigt, warum sich der Blick ins Detail lohnt. Für Käufe über seine KI-Oberflächen verlangt Google eine Freigabe; außerdem unterstützt es noch nicht jede Funktion des Universal Commerce Protocol, kurz UCP.[S4] Der dazugehörige Integration Hub im Merchant Center wird laut der am 10. Oktober 2026 geprüften Dokumentation zunächst für ausgewählte Händler und in den USA verkaufte Produkte ausgerollt.[S5] Ein deutscher Händler kann daraus noch keine Zusage für seinen eigenen Shop ableiten.
Testen Sie einen Einkauf vom Wunsch bis zur Bestellbestätigung
Beginnen Sie mit einem Produkt und einem Einkaufsdienst, den Ihr Shop tatsächlich unterstützt. Schreiben Sie einen Kundenauftrag auf und halten Sie fest, woran Sie den richtigen abgeschlossenen Kauf erkennen würden. Im Kopfhörerbeispiel heißt das: das passende Modell, höchstens 150 Euro inklusive Versand, Lieferung bis Freitag, Ihre Freigabe und eine Bestellbestätigung. Das sind gewählte Testbedingungen, keine von uns gemessenen Ergebnisse.
Gehen Sie mit diesem Auftrag den unterstützten Einkaufsablauf durch. Wiederholen Sie ihn danach mit einer ausverkauften Variante oder einem geänderten Preis. Prüfen Sie, ob der Agent das Problem verständlich erklärt und ob der Kunde übernehmen kann, ohne neu anzufangen. Halten Sie fest, wo der Ablauf abbricht. Damit hat das Team eine konkrete Verbesserung, die es als Nächstes besprechen kann.
Agentic Commerce ist damit ein konkreter Anwendungsfall von Agent Experience : Menschen lassen Software für sich handeln, und Unternehmen müssen diese Aufgaben ausführbar machen. MING unterstützt dabei, solche Abläufe zu gestalten und zu prüfen. Mehr dazu auf unserer Seite zu Agent Experience (englisch) .